Bikepacking Aero-Rechner: Taschen, Gewicht und Fahrzeit vergleichen

Vergleiche zwei Bikepacking- oder Ultracycling-Setups miteinander. Der Rechner berücksichtigt Taschen, Packvolumen, Systemgewicht, Rollwiderstand, Leistung, Distanz und Höhenmeter und zeigt dir, welches Setup voraussichtlich schneller und effizienter ist.

Ultracycling Setup Effizienz-Rechner

Warum Aerodynamik auch beim gemütlichen Bikepacking relevant ist

Beim Bikepacking geht es nicht darum, jede Etappe möglichst schnell zu fahren. Trotzdem kann ein effizientes Setup einen großen Unterschied machen. Wenn wir im Rechner ein typisches Radreise-Setup mit großen Pannier-Taschen und lockerer Kleidung mit einem aerodynamisch optimierten Bikepacking-Setup vergleichen, ergibt sich auf einer Tagesetappe von 120 Kilometern und 1.100 Höhenmetern bei gemütlichen 120 Watt Durchschnittsleistung ein Unterschied von fast zwei Stunden. Das langsamere Setup kommt dabei auf etwa 17 km/h, das effizientere auf rund 23 km/h. Natürlich musst du diese Zeit nicht nutzen, um schneller am Ziel zu sein. Du kannst einfach das gleiche Tempo halten, deutlich weniger Kraft verbrauchen und am nächsten Morgen mit frischeren Beinen starten. Oder du bleibst eine Stunde länger am See liegen, versackst am Nachmittag noch in einem Café und kommst trotzdem rechtzeitig am Campingplatz an, bevor die Rezeption schließt. Genau darin liegt der eigentliche Vorteil eines effizienten Bikepacking-Setups. Je weniger Energie du unterwegs unnötig im Luftwiderstand und im Gewicht verlierst, desto mehr Kraft und Zeit bleiben für das eigentliche Abenteuer.

Wie viel langsamer machen Bikepacking-Taschen?

Wie stark Bikepacking-Taschen bremsen, hängt so sehr von ihrer Position und Form ab, dass eine allgemeine Wattangabe kaum sinnvoll ist. Manche schlanken Taschen verändern den Luftwiderstand nur geringfügig, während breite Gepäckträgertaschen oder ungünstig montierte Rollen einen überraschend großen Unterschied verursachen können.

Im zugrunde liegenden Test kostete eine klassische Konfiguration mit seitlichen Gepäckträgertaschen bei der gemessenen Referenzgeschwindigkeit bis zu rund 90 Watt zusätzlichen Luftwiderstand. Ein schlankes Bikepacking-Setup mit vergleichbarem Packvolumen verursachte dagegen nur ungefähr 18 Watt Mehrbedarf. Beide Lösungen transportieren ähnlich viel Gepäck, aerodynamisch liegen zwischen ihnen jedoch Welten.

Das bedeutet nicht, dass jede Gepäckträgertasche immer genau 90 Watt kostet oder jedes Bikepacking-Setup nur 18 Watt benötigt. Die Werte verändern sich mit dem Tempo, der Körpergröße, dem Fahrrad, der Taschenform und weiteren Details. Sie zeigen aber sehr deutlich, dass die Wahl und Anordnung der Taschen einen größeren Einfluss haben kann als viele teure Komponenten, über deren Gewicht oder aerodynamische Vorteile deutlich intensiver diskutiert wird.

Gerade auf langen Strecken summiert sich dieser Unterschied. Zehn oder zwanzig Watt wirken bei einer kurzen Feierabendrunde zunächst unspektakulär. Wenn du jedoch mehrere Stunden oder sogar einen ganzen Tag fährst, können daraus viele Minuten zusätzlicher Fahrzeit werden. Gleichzeitig musst du bei einem langsameren Setup entweder länger unterwegs sein oder dauerhaft mehr Leistung treten, um das gleiche Tempo zu halten.

Wie stark bremsen Bikepacking-Taschen und Zusatzgewicht wirklich?

Bikepacking-Taschen können dich deutlich ausbremsen oder in einzelnen Fällen sogar schneller machen. Entscheidend sind nicht nur das Gewicht und die Größe einer Tasche, sondern vor allem ihre Position am Fahrrad, ihre Form und das Zusammenspiel mit den übrigen Taschen. Auch ein zusätzliches Kilogramm Gepäck lässt sich nicht pauschal in Sekunden oder Minuten umrechnen, weil sein Einfluss von den Höhenmetern, deiner Leistung, dem gesamten Systemgewicht und der Streckencharakteristik abhängt. Mit dem Bikepacking- und Gravelbike-Setup-Rechner auf dieser Seite kannst du dein aktuelles Setup nachbauen und mit einer optimierten Variante vergleichen. Der Rechner verbindet gemessene Aerodynamikwerte von Taschen mit Gewicht, Rollwiderstand, Leistung, Wind, Streckenlänge und Höhenmetern. Dadurch siehst du nicht nur, welches Setup leichter ist, sondern welches auf deiner tatsächlichen Strecke voraussichtlich schneller wäre. Das ist ein wichtiger Unterschied, denn das leichteste Setup ist nicht automatisch das effizienteste. Eine etwas schwerere Tasche kann aerodynamisch deutlich günstiger sein, während eine leichte, aber ungünstig positionierte Tasche über viele Stunden mehr Zeit kostet, als ihr geringes Gewicht am Berg jemals einsparen könnte.

Vergleich von Geschwindigkeit und Luftwiderstand: klassisches Radreise-Setup mit Seitentaschen und aerodynamisches Bikepacking-Setup

Transparenzhinweis: Die Aero-Tests habe ich überwiegend für Cyclite durchgeführt und arbeite auch mit Cyclite zusammen. Deshalb basieren die meisten meiner Messdaten auf Cyclite-Taschen.

Ich halte Cyclite im Gesamtkonzept vor allem wegen des sehr geringen Gewichts im Verhältnis zum Packvolumen für besonders sinnvoll. Rein aerodynamisch dürften vergleichbare Taschen anderer Hersteller bei ähnlicher Form, Schnitt und Position aber zu ähnlichen Ergebnissen führen. Die Werte dienen daher als Orientierung für ähnliche Setups.

Warum Seitentaschen häufig deutlich mehr Luftwiderstand erzeugen

Klassische Panniers und große Gepäckträgertaschen stehen seitlich weit aus dem Fahrrad heraus. Dadurch vergrößern sie die Stirnfläche, die dem Fahrtwind ausgesetzt ist, und erzeugen hinter sich zusätzliche Verwirbelungen. Je schneller du fährst, desto deutlicher macht sich dieser Effekt bemerkbar.

Bikepacking-Taschen nutzen dagegen meistens Bereiche, die ohnehin durch den Fahrer, den Rahmen oder die Laufräder beeinflusst werden. Eine Rahmentasche sitzt innerhalb des Rahmendreiecks, eine Satteltasche befindet sich hinter Fahrer und Sattel und eine schmale Lenkertasche kann sich teilweise in den Luftstrom vor dem Fahrrad einfügen. Das macht eine solche Lösung nicht automatisch aerodynamisch perfekt, bietet aber grundsätzlich bessere Voraussetzungen als zwei große Taschen, die frei neben dem Hinterrad im Wind stehen.

Deshalb ist die Frage nach Panniers oder Bikepacking-Taschen nicht nur eine Entscheidung zwischen Komfort und Minimalismus. Bei ähnlichem Packvolumen kann die Taschenwahl einen erheblichen Einfluss auf Geschwindigkeit, Energieverbrauch und Fahrzeit haben. Wer entspannt reist und nur kurze Tagesetappen plant, kann diesen Nachteil bewusst akzeptieren. Wer jedoch lange Strecken fährt, bei Gegenwind unterwegs ist oder seine vorhandene Leistung möglichst effizient nutzen möchte, sollte die Aerodynamik der Gepäcklösung ernst nehmen.

Manche Bikepacking-Taschen machen sogar schneller

Die überraschendste Erkenntnis aus den Messungen ist, dass eine Tasche nicht zwangsläufig zusätzlichen Luftwiderstand erzeugen muss. Eine aerodynamisch geformte Tasche kann den Luftstrom in einem bereits turbulenten Bereich des Fahrrads so verändern, dass das komplette System anschließend weniger Widerstand erzeugt als ohne diese Tasche.

Das zeigte sich unter anderem bei aerodynamisch entwickelten Gabeltaschen und einer speziellen Lenkertasche. Im gemessenen Testaufbau war das Fahrrad mit diesen Taschen aerodynamischer als in der jeweiligen Vergleichskonfiguration ohne Tasche. Das zusätzliche Packvolumen war in diesem Fall also nicht mit einer Aero-Strafe verbunden, sondern mit einem kleinen messbaren Vorteil.

Zunächst klingt das unlogisch. Schließlich wird ein zusätzlicher Gegenstand am Fahrrad befestigt und müsste die Stirnfläche eigentlich vergrößern. Aerodynamik besteht jedoch nicht nur aus der sichtbaren Fläche von vorne. Ebenso wichtig ist, wie sauber der Luftstrom am Fahrrad entlanggeführt wird und wie kontrolliert er sich dahinter wieder löst. Eine passend geformte Tasche kann ungünstige Luftwirbel reduzieren oder einen aerodynamisch unruhigen Übergang zwischen Fahrrad, Laufrad und Fahrer glätten.

Natürlich lässt sich daraus nicht ableiten, dass jede Gabeltasche oder Lenkertasche schneller macht. Klassische runde Gabeltaschen können weiterhin einen deutlichen Nachteil verursachen. Entscheidend ist die konkrete Form im Zusammenspiel mit dem restlichen Fahrrad.

Die gleiche Tasche kann je nach Setup schneller oder langsamer sein

Bikepacking-Taschen wirken aerodynamisch nicht isoliert. Der Luftstrom trifft zuerst auf Fahrer, Lenker, Laufräder, Flaschen und vordere Taschen, bevor er weitere Teile des Setups erreicht. Sobald eine Tasche ergänzt oder entfernt wird, kann sich deshalb auch der Einfluss anderer Komponenten verändern.

Besonders deutlich wird das bei Food Pouches am Lenker. Frei im Wind montiert können diese kleinen Taschen einen merklichen zusätzlichen Widerstand erzeugen. Befindet sich jedoch eine größere Lenkertasche vor ihnen, liegen die Food Pouches teilweise in deren Windschatten und haben plötzlich kaum noch einen zusätzlichen Einfluss.

Eine Tasche, die einzeln langsam ist, kann in einer anderen Kombination beinahe neutral werden. In einzelnen Fällen kann sie den Luftstrom sogar so verändern, dass das gesamte Setup schneller wird. Deshalb wäre es falsch, für jede Tasche einfach einen festen Wattwert zu hinterlegen und anschließend alle Werte zu addieren.

Genau aus diesem Grund berücksichtigt der Rechner empirisch gemessene Wechselwirkungen zwischen verschiedenen Taschenpositionen. Er bewertet nicht nur die einzelne Rahmentasche, Lenkertasche, Satteltasche oder Gabeltasche, sondern die ausgewählte Kombination als zusammenhängendes System.

Auch Trinkflaschen verhalten sich nicht an jedem Fahrrad gleich

Selbst bei Trinkflaschen zeigt sich, wie stark aerodynamische Wechselwirkungen vom gesamten Aufbau abhängen. Am Rennrad können Flaschen im Rahmendreieck einen kleinen aerodynamischen Nachteil verursachen. An einem Gravelbike kann dieselbe Position dagegen nahezu neutral sein oder im getesteten Aufbau sogar einen minimalen Vorteil erzeugen.

Überraschend war auch der Vergleich unterschiedlicher Flaschengrößen. Am vermessenen Gravelbike schnitten große Ein-Liter-Flaschen innerhalb des Rahmendreiecks aerodynamisch besser ab als kleinere Flaschen mit 750 Millilitern. Vermutlich entstand durch die größere Form ein günstigerer Übergang zwischen Unterrohr, Sitzrohr und Flasche.

Das ist kein allgemeines Gesetz für jedes Fahrrad. Bei einer anderen Rahmenform, einer anderen Flaschenposition oder einem kleineren Fahrer kann das Ergebnis anders ausfallen. Es verdeutlicht aber, warum pauschale Aussagen wie „kleiner ist immer schneller“ oder „weniger Fläche ist immer aerodynamischer“ in der Praxis häufig zu kurz greifen.

Welche Bikepacking-Taschen sind am aerodynamischsten?

Aerodynamisch günstig sind in der Regel Taschen, die schmal bleiben, eng am Fahrrad anliegen und vorhandene Bereiche hinter dem Fahrer oder innerhalb des Rahmens nutzen. Eine gut integrierte Rahmentasche oder Satteltasche verursacht deshalb meist weniger zusätzlichen Luftwiderstand als breite Seitentaschen oder weit außen montierte Gabelrollen.

Trotzdem lässt sich keine Taschenart grundsätzlich zum Sieger erklären. Eine breite Lenkertasche kann ungünstig sein, während eine aerodynamisch geformte Lenkertasche den Luftstrom verbessert. Eine klassische runde Gabeltasche kann deutlich bremsen, während eine schmale Aero-Gabeltasche im gleichen Bereich einen Vorteil erzeugt. Selbst eine kleine Oberrohrtasche kann abhängig von Form und Position neutral, leicht positiv oder leicht negativ ausfallen.

Für die Auswahl ist deshalb nicht nur entscheidend, wie viele Liter eine Tasche bietet oder wie viel sie wiegt. Relevant ist das Verhältnis aus nutzbarem Packvolumen, zusätzlichem Gewicht und aerodynamischem Einfluss. Der Rechner macht genau diesen Vergleich sichtbar und zeigt, welche Konfiguration ausreichend Stauraum bietet, ohne unnötig viel Leistung im Fahrtwind zu verlieren.

Wie viel Packvolumen brauchst du wirklich?

Das ideale Taschenvolumen hängt von der Dauer der Tour, der Jahreszeit, der Übernachtungsform und deiner persönlichen Ausrüstung ab. Ein Overnighter mit Hotelübernachtung benötigt deutlich weniger Platz als eine mehrtägige Tour mit Zelt, Schlafsack, Isomatte und zusätzlicher warmer Kleidung.

Mehr Taschenvolumen bringt Komfort und Reserven, führt aber häufig auch dazu, dass mehr Ausrüstung eingepackt wird. Deshalb betrachtet der Rechner Taschen nicht leer, sondern geht von einer realistischen Befüllung aus. Für jeden Liter genutztes Packvolumen werden standardmäßig 300 Gramm Gepäck zum Systemgewicht addiert.

Diese Annahme kann natürlich nicht jede Packliste exakt abbilden. Ein Schlafsack benötigt viel Platz und wiegt relativ wenig, während Wasser, Werkzeug oder Lebensmittel eine hohe Dichte besitzen. Als vergleichbarer Startwert verhindert die Berechnung jedoch, dass eine große Taschenkonfiguration unrealistisch als nahezu leer und damit besonders leicht bewertet wird.

So kannst du prüfen, ob ein größeres Setup wegen seines zusätzlichen Volumens sinnvoll ist oder ob du dieselbe Tour mit einer kompakteren und aerodynamisch günstigeren Kombination fahren könntest.

Wie viel langsamer macht ein zusätzliches Kilogramm am Berg?

Ein zusätzliches Kilogramm macht dich am Berg langsamer, aber der Zeitverlust hängt von deiner Strecke, deiner Leistung und dem gesamten Systemgewicht ab. Es gibt deshalb keine allgemeingültige Antwort wie „ein Kilogramm kostet immer eine Minute pro 1.000 Höhenmeter“.

Bei jedem Anstieg muss nicht nur dein Fahrrad, sondern das komplette System aus Fahrer, Rad, Taschen, Gepäck, Flaschen und Kleidung nach oben bewegt werden. Je mehr Höhenmeter du fährst, desto stärker wirkt sich das zusätzliche Gewicht aus. Auf einer flachen Strecke spielt dasselbe Kilogramm dagegen eine deutlich kleinere Rolle, solange du gleichmäßig fährst und nicht ständig neu beschleunigen musst.

Auch deine Leistung verändert das Ergebnis. Ein Fahrer mit hoher Dauerleistung bewältigt den gleichen Anstieg schneller, weshalb sich der absolute Zeitverlust anders entwickelt als bei einem Fahrer, der mit deutlich weniger Watt fährt. Das relative Verhältnis zum gesamten Systemgewicht ist ebenfalls entscheidend. Ein zusätzliches Kilogramm macht bei einem sehr leichten Fahrer mit leichtem Fahrrad prozentual mehr aus als bei einem schweren Gesamtsystem.

Deshalb berechnet der Rechner nicht nur das Fahrradgewicht. Er berücksichtigt Fahrer, Fahrrad, Taschen, Gepäck, Trinkflaschen und Komponenten als vollständiges System und verbindet dieses Gewicht mit deiner eingegebenen Leistung und den Höhenmetern der Strecke.

Ist ein Kilogramm am Fahrrad wichtiger als ein Kilogramm Gepäck?

Für die reine Arbeit gegen die Schwerkraft ist ein Kilogramm zunächst ein Kilogramm. Ob es am Rahmen, in der Tasche oder am Körper sitzt, verändert die Energie, die zum Überwinden eines längeren Anstiegs benötigt wird, nur geringfügig.

Trotzdem kann sich das Fahrgefühl unterscheiden. Gewicht an Laufrädern beeinflusst Beschleunigungen, weit außen oder hoch montiertes Gepäck kann die Kontrolle verändern und eine ungünstige Gewichtsverteilung kann das Fahrrad nervöser oder träger machen. Für eine gleichmäßige Fahrt an einem längeren Anstieg ist jedoch vor allem das gesamte Gewicht relevant.

Das ist für Bikepacking besonders wichtig. Oft wird sehr viel Geld ausgegeben, um einige Hundert Gramm an Rahmen, Laufrädern oder Komponenten zu sparen, während gleichzeitig mehrere Kilogramm Gepäck transportiert werden. Der Rechner zeigt deshalb das komplette Systemgewicht und nicht nur die Herstellerangabe des nackten Fahrrads.

Wann ist Aerodynamik wichtiger als Gewicht?

Auf flachen und schnellen Strecken ist eine bessere Aerodynamik meistens wichtiger als eine kleine Gewichtsersparnis. Je höher dein Tempo wird und je stärker der Gegenwind ist, desto mehr Leistung benötigst du, um den Luftwiderstand zu überwinden. An steilen und langen Anstiegen gewinnt dagegen das Gewicht zunehmend an Bedeutung.

Für ein Bikepacking-Setup bedeutet das, dass die leichteste Tasche nicht automatisch die schnellste Tasche ist. Eine etwas schwerere, aber schmalere Lösung kann auf einer langen, überwiegend flachen Strecke deutlich effizienter sein. Auf einer Route mit sehr vielen steilen Höhenmetern kann das zusätzliche Gewicht dagegen einen größeren Teil des aerodynamischen Vorteils wieder aufzehren.

Ein gutes Beispiel sind Aerobars. Je nach Position und Fahrer können sie einen sehr großen aerodynamischen Vorteil bringen, im Modell in günstigen Fällen bis zu etwa 40 Watt. Gleichzeitig erhöhen Halterungen, Auflagen und Extensions das Fahrradgewicht häufig um ungefähr 600 Gramm. Auf einer schnellen, flachen Strecke überwiegt der aerodynamische Gewinn deutlich. Auf einer sehr steilen Route fällt der Gewichtsnachteil stärker ins Gewicht, besonders dann, wenn du die Aerobars wegen Abfahrten, technischen Passagen oder Verkehr nur selten nutzen kannst.

Deshalb berücksichtigt der Rechner nicht nur, ob Aerobars montiert sind, sondern auch, welchen Anteil der Strecke du voraussichtlich tatsächlich in dieser Position fahren kannst.

Was ist schneller: ein leichtes oder ein aerodynamisches Bikepacking-Setup?

Das schnellere Setup ist jenes, das auf deiner konkreten Strecke die geringste Gesamtleistung für die gewünschte Geschwindigkeit benötigt. Auf flachen Strecken gewinnt häufig die aerodynamischere Konfiguration, während bei vielen steilen Höhenmetern ein leichteres Setup aufholen kann.

Ein Unterschied von mehreren Kilogramm ist am Berg relevant. Ein Unterschied von mehreren Dutzend Watt Luftwiderstand kann auf einer schnellen Strecke jedoch noch wesentlich stärker wirken. Genau deshalb kann ein Bikepacking-Setup mit schmalen Taschen trotz ähnlichen Packvolumens erheblich schneller sein als eine Konfiguration mit großen Panniers.

Die entscheidende Frage lautet daher nicht: „Welche Tasche ist am leichtesten?“ Sie lautet: „Welche Kombination aus Gewicht, Packvolumen und Aerodynamik ist für meine Strecke am effizientesten?“

Wie berechnet der Bikepacking-Setup-Rechner die Fahrzeit?

Der Rechner verwendet eine physikalische Leistungsbilanz, in der die wichtigsten Widerstände des Gesamtsystems zusammengeführt werden. Dazu gehören der Luftwiderstand, der Rollwiderstand, die vollständige Arbeit für alle eingegebenen Höhenmeter, das Systemgewicht und die Verluste im Antrieb.

Für Taschen werden echte Messwerte aus aerodynamischen Prüfungen verwendet. Auch bekannte Wechselwirkungen zwischen mehreren Taschen fließen in die Berechnung ein. Das ist deutlich aussagekräftiger als ein einfacher Rechner, der nur das Gewicht betrachtet oder für jede Tasche einen frei geschätzten Wattwert addiert.

Du gibst unter anderem deine Leistung, das Fahrergewicht, das Fahrrad, die Taschen, das Packvolumen und die Streckendaten ein. Daraus berechnet das Modell, welche Durchschnittsgeschwindigkeit mit dem jeweiligen Setup realistisch erscheint und wie lange du für die eingegebene Distanz und die Höhenmeter voraussichtlich benötigst.

Anschließend kannst du ein zweites Wunschsetup zusammenstellen. So erkennst du direkt, ob eine andere Taschenkonfiguration, weniger Gepäck oder eine aerodynamische Optimierung tatsächlich Zeit spart und wie groß der Unterschied auf deiner Strecke ausfallen könnte.

Warum der Rechner die Sitzposition bewusst nicht verändert

Die Position des Fahrers hat einen sehr großen Einfluss auf den Luftwiderstand. Trotzdem wird sie beim Vergleich zwischen zwei Ausrüstungsvarianten bewusst nicht automatisch verändert.

Eine tiefere und gestrecktere Position wäre auf dem Papier häufig schneller. Wenn du diese Haltung auf einer langen Strecke jedoch nicht komfortabel halten kannst, Nackenschmerzen bekommst oder weniger Leistung trittst, verschwindet der theoretische Vorteil sehr schnell. Ein sinnvoller Vergleich sollte deshalb von einer individuell passenden und dauerhaft fahrbaren Sitzposition ausgehen.

Der Rechner untersucht, wie sich deine Ausrüstung verändert, während dein Bikefitting vergleichbar bleibt. So wird nicht ein unbequemes theoretisches Ideal mit einem realistisch fahrbaren Setup verglichen, sondern zwei Ausrüstungskonfigurationen unter möglichst ähnlichen Voraussetzungen.

Wie genau ist das Ergebnis?

Der Rechner ist mehr als eine grobe Schätzung, weil reale Messdaten und eine physikalische Leistungsbilanz verwendet werden. Trotzdem bleibt das Ergebnis eine Modellrechnung und keine Garantie auf eine sekundengenaue Fahrzeit.

Rahmenform, Körpergröße, Reifenprofil, Sitzposition, Windrichtung, Straßenoberfläche und individuelle aerodynamische Wechselwirkungen können dazu führen, dass dein tatsächlicher Wert etwas höher oder niedriger liegt als im Testaufbau. Auch die Leistung ist in der Realität nicht über jede Steigung, Kurve und Abfahrt vollkommen konstant.

Entscheidend ist deshalb weniger, ob der absolute Luftwiderstand exakt 222 oder 227 Watt beträgt. Wenn eine Veränderung den berechneten Wert von 222 auf 213 Watt oder in der Realität vielleicht von 227 auf 218 Watt reduziert, beträgt die Verbesserung in beiden Fällen ungefähr vier Prozent. Die exakte Ausgangszahl unterscheidet sich leicht, die Richtung und die Größenordnung der Optimierung bleiben jedoch nahezu gleich.

Genau dabei soll der Rechner helfen. Er behauptet nicht, jede Tour auf eine Wattsekunde vorherzusagen, sondern zeigt, ob eine Veränderung dein Setup wahrscheinlich effizienter oder langsamer macht und ob der Unterschied relevant genug ist, um eine Kaufentscheidung oder eine neue Taschenkonfiguration zu rechtfertigen.

Interview mit Dr. Torsten Frank über Aero Test und deren Genauigkeit im Feldversuch

Aerodynamik und Gewicht erklären nicht jede Verbesserung

Ein schnelles Fahrrad entsteht nicht nur durch weniger Luftwiderstand und ein geringes Gewicht. Ebenso wichtig sind eine dauerhaft fahrbare Position, gute Kraftübertragung, passende Reifen und ein Setup, mit dem du deine Leistung über viele Stunden halten kannst.

Aero-Socken gelten beispielsweise als günstiger Einstieg in die aerodynamische Optimierung. Für manche Fahrer kann eine gut passende, steife Einlage im Radschuh in der Praxis jedoch einen größeren Nutzen haben, weil sie die Stabilität und Kraftübertragung verbessert. Sie ist weder leichter noch aerodynamischer, kann aber dabei helfen, die vorhandene Leistung effizienter auf das Pedal zu bringen.

Der Rechner bewertet die messbaren physikalischen Unterschiede der Ausrüstung. Komfort, Beschwerdefreiheit und deine Fähigkeit, die gewählte Position dauerhaft zu halten, bleiben dennoch Teil der persönlichen Entscheidung. Das theoretisch schnellste Setup ist wertlos, wenn es dazu führt, dass du nach wenigen Stunden Schmerzen bekommst oder weniger Leistung treten kannst.

Vergleiche dein komplettes Setup statt einzelner Komponenten

Beim Bikepacking wird häufig über einzelne Gramm, Reifen, Taschen oder Aero-Produkte diskutiert. In der Realität wirken diese Teile jedoch immer gemeinsam. Eine leichte Tasche kann aerodynamisch ungünstig sein, eine größere Flasche kann den Luftstrom verbessern und eine zusätzliche Tasche kann den Nachteil einer anderen Tasche reduzieren.

Mit dem Rechner kannst du dein aktuelles Fahrrad samt Gepäck nachbauen und direkt mit einer alternativen Konfiguration vergleichen. So siehst du, wie sich Taschen, Packvolumen, Gewicht und aerodynamische Veränderungen auf deine Geschwindigkeit und Fahrzeit auswirken.

Am Ende zählt nicht, welches Setup auf der Waage am besten aussieht, sondern welches dich mit deiner verfügbaren Leistung, deinem benötigten Packvolumen und deinem Streckenprofil am effizientesten ans Ziel bringt.

Häufige Fragen zu Bikepacking Taschen, Aerodynamik und Zusatzgewicht

So funktioniert der Aero-Rechner fürs Ultracycling Setup

Starte zunächst mit deinem aktuellen Setup. Wähle im Fragebogen dein Fahrrad, deine Taschen, Reifen, Felgen, Aerobars, Kleidung, Fahrergewicht und die geplante Durchschnittsleistung aus. Die Vorschaugrafik und die Berechnung aktualisieren sich automatisch.

Sobald dein aktuelles Setup vollständig ist, klickst du auf „Aktuelles Setup speichern & kopieren“. Dadurch werden alle Einstellungen als Ausgangspunkt in das optimierte Wunschsetup übernommen. Du musst dein Wunschsetup also nicht von Grund auf neu zusammenstellen.

Anschließend kannst du oben zwischen „Aktuelles Setup“ und „Optimiertes Wunschsetup“ wechseln. Beide Konfigurationen funktionieren unabhängig voneinander. Änderungen am Wunschsetup verändern das aktuelle Setup nicht – und umgekehrt.

So kannst du zum Beispiel im Wunschsetup:

  • andere Taschen auswählen

  • Reifenbreite oder Felgenhöhe verändern

  • Aerobars ergänzen

  • Kleidung, Helm oder Schuhe optimieren

  • Gewicht reduzieren

  • auf Wachs, Tubeless oder TPU wechseln

Im Ergebnis werden beide Setups direkt miteinander verglichen. Du siehst unter anderem:

  • Packvolumen

  • Systemgewicht

  • geschätzten CdA

  • Rollwiderstand

  • Durchschnittsgeschwindigkeit

  • Fahrzeit für deine Strecke

  • Leistungsbedarf bei 25, 33 und 40 km/h

Über die Eingaben Streckenlänge und Höhenmeter kannst du prüfen, wie sich die Unterschiede auf deine konkrete Tour auswirken. So erkennst du schnell, welche Veränderungen tatsächlich Zeit sparen und wo das größte Optimierungspotenzial liegt.

Du kannst auch nur ein einzelnes Setup berechnen. Aktiviere dafür einfach nur das aktuelle oder nur das Wunschsetup im Ergebnis.

© entwickelt von Patrick Zasada

Beispielrechnung: Radreise-Setup und Aero-Bikepacking-Setup im Vergleich

Das folgende Beispiel zeigt, wie stark sich zwei Bikepacking-Setups auf derselben Strecke unterscheiden können. Berechnet wurden 120 Kilometer, 1.100 Höhenmeter und eine durchschnittliche Leistung von 120 Watt. Die Ergebnisse sind Modellwerte und können je nach Fahrer, Wind, Untergrund und tatsächlicher Sitzposition abweichen.

Vergleich eines klassischen Radreise-Setups mit einem aerodynamisch optimierten Bikepacking-Setup
Kennzahl Aktuelles Setup Wunschsetup Vorteil des Wunschsetups
Berechnete Fahrzeit 7 Std. 00 Min. 5 Std. 11 Min. 1 Std. 49 Min. schneller
Durchschnittsgeschwindigkeit 17,13 km/h 23,16 km/h 6,03 km/h schneller
Packvolumen 67,4 Liter 17,1 Liter 50,3 Liter weniger
Empfohlenes Packvolumen 24,0 Liter 15,4 Liter 8,6 Liter weniger
Geschätztes Systemgewicht 120,2 kg 104,3 kg 15,9 kg leichter
Geschätzter CdA-Wert 0,5903 m² 0,2773 m² 0,3130 m² geringer
Geschätzter Rollwiderstandskoeffizient Crr 0,0064 0,0057 0,0007 geringer
Leistungsbedarf bei 25 km/h auf flacher Strecke 179 Watt 88 Watt 91 Watt weniger
Leistungsbedarf bei 33 km/h auf flacher Strecke 358 Watt 168 Watt 190 Watt weniger
Leistungsbedarf bei 40 km/h auf flacher Strecke 597 Watt 272 Watt 325 Watt weniger

In dieser Beispielrechnung spart das optimierte Setup trotz identischer Fahrerleistung rund 1 Stunde und 49 Minuten Fahrzeit. Der Unterschied entsteht vor allem durch den deutlich geringeren Luftwiderstand, das niedrigere Systemgewicht und den reduzierten Rollwiderstand.