Wie viel Tubeless Dichtmilch muss in den Gravel Reifen?

Tubeless Dichtmilch Rechner

Tubeless Dichtmilch Rechner

Reifen & Einsatz

Breite in mm. Bei MTB z. B. 57 mm ≈ 2.25 Zoll.
Drücke ab 2 Bar stellen deutlich höhere Anforderungen an die Abdichtung.
Eine poröse Karkasse kann bei der Erstbefüllung zusätzliche Dichtmilch aufnehmen.
Empfohlene Menge pro Reifen SILCA Ultimate Tubeless Sealant 2.0 200 ml für zwei Reifen · Hersteller-Basis 95 ml · inkl. Langstreckenreserve
100ml
Was ist dir wichtig?
Langlebigkeit
Maximale Abdichtung
Wenig Spritzen / Sauerei
Einfüllung durchs Ventil möglich
Preis / Verbrauch
eine günstige und eune teure dichtmilch. aber ist die teure dichtmilch wirklich teurer? denn der Verbrauch ist niedriger!

Eine teure vs eine günstige Dichtmilch, aber ist die günstige Variante langfristig wirklich sparsamer? Die teure Variante hat eine doppelt so lange Standzeit und kostet aufs Jahr gerechnet weniger

Die Muc-Off Dichtmilch ist im Praxistest komplett durchgefallen. Ein kleines Loch hat sie nicht abgedichtet bekommen und nach nur 4 Wochen war alles verklumpt und fest.

Wie viel Tubeless Dichtmilch in einen Gravel Reifen gehört, klingt eigentlich nach einer Frage, die sich mit einer einzigen Zahl beantworten lassen müsste. 60 ml rein, Reifen aufpumpen und fertig. Ganz so einfach ist es leider nicht. Bei einem 40 mm Gravelreifen können 60 ml vollkommen ausreichen, während ein anderer Reifen mit ähnlicher Breite nach der Montage einen erheblichen Teil davon in seiner Karkasse verschwinden lässt. Bei einem breiten 50 mm Reifen sind 60 ml dagegen häufig schon deshalb knapp, weil schlicht mehr Reifenvolumen vorhanden ist.

Als grobe Orientierung würde ich bei einem typischen Gravelbike mit etwa 40 bis 50 mm breiten Reifen mit ungefähr 60 bis 100 ml Dichtmilch pro Reifen rechnen. Die genaue Menge hängt von der Reifenbreite, der Karkasse, der verwendeten Dichtmilch und deinem Einsatz ab. Gerade bei einem neuen Reifen oder vor einer längeren Bikepacking Tour gehe ich lieber etwas großzügiger an die Sache heran, als mit einer theoretischen Minimalmenge loszufahren.

Dass die Empfehlungen so weit auseinanderliegen, sieht man schon bei den Herstellern selbst. Stan’s gibt für einen 700 x 40 mm Reifen 60 ml Original Sealant an. Muc Off empfiehlt für Gravelreifen zwischen 30 und 45 mm etwa 70 bis 80 ml und erlaubt für zusätzlichen Schutz noch etwas Reserve. SILCA nennt für die eigenen 45 mm Gravelreifen mindestens 90 ml. Es gibt also selbst bei ähnlichen Reifenbreiten keine allgemeingültige Zahl, die auf jede Dichtmilch übertragen werden kann.

Wie viel Dichtmilch braucht ein Gravel Reifen wirklich?

Wenn du einfach einen brauchbaren Ausgangswert suchst, kannst du dich an der tatsächlichen Reifenbreite orientieren. Bei einem eher schmalen Gravelreifen mit ungefähr 35 bis 38 mm sind etwa 55 bis 70 ml ein vernünftiger Bereich. Rund um 40 mm landen viele Setups bei ungefähr 60 bis 80 ml. Bei 45 mm würde ich eher mit 75 bis 90 ml rechnen, während 47 bis 50 mm breite Gravelreifen häufig irgendwo zwischen 85 und 100 ml sinnvoll liegen. Sehr breite Gravelreifen oberhalb von 50 mm können auch 100 ml oder etwas mehr vertragen.

Als grobe Faustformel für 28 Zoll Gravelreifen kannst du mit folgender Näherung rechnen:

$$ M_{\mathrm{Dichtmilch}} \approx 2{,}1\cdot b - 7 $$

Für Bikepacking oder lange Touren sind zusätzlich etwa 5 bis 10 Prozent Reserve sinnvoll. Für die genauere Berechnung kannst du einfach den Dichtmilch Rechner oben auf der Seite nutzen. Dieser berücksichtig zusätzlich die Hersteller Empfehlungen die sich je nach Faseranteil und Viskosität unterscheiden können.

Diese hier genannten Werte sind bewusst als grobe Praxisbereiche gedacht und nicht als exakte Herstellervorgabe. Das ist wichtig, weil sich verschiedene Dichtmittel unterschiedlich verhalten. Manche Hersteller arbeiten mit relativ kleinen empfohlenen Mengen, andere kalkulieren deutlich mehr Flüssigkeit ein. Selbst innerhalb einer Reifenbreite können deshalb 20 oder 30 ml Unterschied völlig normal sein.

Dass Reifenvolumen eine große Rolle spielt, ist ziemlich logisch. Ein 50 mm Reifen hat erheblich mehr Innenraum und Oberfläche als ein 35 mm Reifen. Gleichzeitig muss nach dem Abdichten der Karkasse noch genügend flüssige Dichtmilch übrig bleiben, die bei einem späteren Einstich überhaupt zum Loch gelangen kann. Genau dieser zweite Punkt wird bei der Erstbefüllung gerne übersehen.

Hunt empfiehlt beispielsweise 80 ml bei einem 40 mm Reifen, während Stan’s bei derselben Breite 60 ml nennt. milKit bewegt sich für Road und Gravel allgemein bei 60 bis 80 ml. Solche Unterschiede sind kein Widerspruch, sondern zeigen, dass du die Reifenbreite nur als Ausgangspunkt verwenden solltest und danach die konkrete Dichtmilch berücksichtigen musst.

Wie viel Tubeless Dichtmilch bei 40 mm Gravel Reifen?

40 mm ist beim Gravelbike eine der interessantesten Größen, weil genau hier viele pauschale Angaben kursieren. Für einen normalen 700C Reifen mit 40 mm Breite würde ich ungefähr 60 bis 80 ml pro Reifen als sinnvollen Ausgangsbereich ansehen.

Mit Stan’s Original kannst du dich beispielsweise an den vom Hersteller genannten 60 ml orientieren. Andere Systeme liegen näher bei 70 oder 80 ml. Wenn der Reifen neu ist, eine besonders leichte Karkasse besitzt oder du direkt auf eine längere Tour gehst, würde ich nicht versuchen, die letzten zehn Gramm zu sparen. Dann sind 70 bis 80 ml für mich der entspanntere Startpunkt.

Entscheidend ist nämlich nicht, wie viel Dichtmilch du in den Reifen gegossen hast, sondern wie viel davon nach der ersten Abdichtung noch flüssig zur Verfügung steht. Gerade ein neuer Tubeless Ready Reifen kann einen Teil der Milch aufnehmen, weil die Flüssigkeit zunächst kleine Poren in der Karkasse abdichtet. milKit weist deshalb ausdrücklich darauf hin, dass die empfohlene Menge nach der ersten Fahrt noch im Reifen vorhanden sein sollte und neue Reifen anfangs zusätzliche Milch benötigen können.

Wie viel Dichtmilch bei 45 und 50 mm Gravel Reifen?

Bei 45 mm Reifen würde ich mich ungefähr im Bereich von 75 bis 90 ml bewegen. Das passt auch recht gut zu den aktuellen Herstellerempfehlungen. Muc Off nennt für Gravelreifen bis 45 mm 70 bis 80 ml als Mindestmenge und SILCA empfiehlt für die eigenen 45 mm Gravelreifen 90 ml.

Bei 50 mm breiten Gravelreifen steigt das notwendige Volumen nochmals etwas. Hier sind ungefähr 90 bis 100 ml pro Reifen ein brauchbarer Ausgangspunkt. SILCA gibt bei den eigenen 50 mm Gravelreifen beispielsweise 100 ml an.

Ich würde mich bei diesen breiten Reifen auch weniger an der Frage aufhalten, ob 85 oder 95 ml theoretisch optimal sind. Wenn ein Reifen nach einer Panne 15 oder 20 ml Dichtmilch verspritzt, ist eine kleine Reserve plötzlich wertvoller als die paar Gramm, die du vorher gespart hast. Bei einem Race Setup kann man knapper kalkulieren. Bei Bikepacking, langen Touren oder einem Reifen, den man monatelang nicht öffnen möchte, macht etwas Reserve wesentlich mehr Sinn.

Warum die Reifenbreite allein nicht reicht

Zwei Reifen mit der Aufschrift 45 mm können sich bei der notwendigen Dichtmilch trotzdem deutlich unterscheiden. Die tatsächliche Breite auf deiner Felge kann abweichen und auch die Konstruktion der Karkasse spielt eine Rolle.

Ein leichter Race Reifen besitzt oft eine dünnere und durchlässigere Karkasse als ein robuster Gravelreifen. Bei der ersten Tubeless Montage kann deshalb sichtbar Dichtmilch durch die Seitenwand diffundieren oder innerhalb der Karkasse gebunden werden. Das muss noch kein Problem mit dem Reifen sein. Es bedeutet aber, dass von den eingefüllten 80 ml anschließend möglicherweise deutlich weniger frei im Reifen herumschwappt.

Genau deshalb finde ich starre Tabellen nur bedingt hilfreich. Sie geben dir einen guten Startpunkt, ersetzen aber die Kontrolle nach der Montage nicht. Wenn ein frischer Reifen über Nacht deutlich Luft verliert und du außen kleine feuchte Stellen an der Karkasse erkennst, würde ich zunächst kontrollieren, ob überhaupt noch genügend flüssige Dichtmilch vorhanden ist.

Auch ein Reifeninsert verändert die Rechnung. Ein Insert nimmt Platz ein, besitzt aber gleichzeitig zusätzliche Oberflächen und kann Dichtmilch festhalten. Hier würde ich ebenfalls etwas Reserve einplanen und mich an die Empfehlungen des Insert Herstellers halten.

## Mehr Dichtmilch bei Bikepacking und langen Gravel Touren?

Für ein Gravelbike, mit dem du hauptsächlich zwei Stunden nach Feierabend unterwegs bist, muss die Reserve nicht riesig sein. Wenn du mit demselben Reifen mehrere Tage oder Wochen auf Tour gehst, sieht die Sache anders aus.

Auf einer langen Bikepacking Tour kann ein kleiner Durchstich unbemerkt abgedichtet werden und dabei Dichtmilch kosten. Beim nächsten Loch steht dann weniger Flüssigkeit zur Verfügung. Dazu kommen Wärme, lange Fahrzeiten und je nach Route schlechte Möglichkeiten, unterwegs passende Dichtmilch nachzukaufen.

Ich würde für so einen Einsatz nicht plötzlich die doppelte Menge einfüllen. Bei einem Reifen, den ich im Alltag mit 80 ml fahren würde, sind ungefähr 85 bis 95 ml vor einer langen Tour für mich deutlich plausibler als eine extrem knappe Befüllung. Vor der Abfahrt würde ich trotzdem kontrollieren, ob die vorhandene Milch wirklich noch flüssig ist. Alte 80 ml auf dem Papier helfen wenig, wenn ein großer Teil davon bereits als dünner Latexfilm an der Reifeninnenseite hängt.

Tubeless Dichtmilch wie oft nachfüllen?

Bei der Frage, wie oft man Tubeless Dichtmilch nachfüllen muss, begegnet einem häufig die pauschale Antwort von drei bis sechs Monaten. Als Erinnerung ist das brauchbar, als feste Regel würde ich mich darauf nicht verlassen.

Stan’s gibt für die Original Dichtmilch je nach Bedingungen eine flüssige Standzeit von etwa zwei bis sieben Monaten an. Muc Off spricht bei gemäßigtem Klima von bis zu sechs Monaten und empfiehlt bei großer Hitze häufigere Kontrollen. Schwalbe nennt für Doc Blue ebenfalls ungefähr zwei bis sieben Monate und weist darauf hin, dass die tatsächliche Zeit stark von der Temperatur abhängt.

Für ein Gravelbike halte ich einen ersten Check nach ungefähr zwei bis drei Monaten deshalb für vernünftig. Wenn du dann merkst, dass noch reichlich flüssige Milch vorhanden ist, kennst du dein Setup beim nächsten Mal schon besser und kannst das Intervall verlängern. Fährst du im Hochsommer viel, steht das Rad sehr warm oder besitzt der Reifen eine durchlässige Karkasse, kann die Dichtmilch deutlich schneller verschwinden.

Vor einer langen Reise oder einem wichtigen Rennen würde ich mich sowieso nicht auf den Kalender verlassen. Dann interessiert mich, wie der Reifen jetzt aussieht. Wenn seit dem letzten Nachfüllen vier Monate vergangen sind und noch genügend frische Milch vorhanden ist, besteht kein Grund zur Panik. Umgekehrt können auch sechs Wochen alte Reifen schon überraschend trocken sein.

Woran merke ich, dass Dichtmilch nachgefüllt werden muss?

Der einfachste Test kostet nichts. Nimm das Laufrad in die Hand und bewege es langsam hin und her. Bei vielen Dichtmitteln kannst du hören, wie die Flüssigkeit unten im Reifen schwappt. Bleibt dieses Geräusch vollständig aus, würde ich genauer nachsehen.

Der Schwapptest ist allerdings keine exakte Messmethode. Manche Dichtmilch ist dickflüssiger, manche verteilt sich stärker auf der Karkasse und bei sehr kleinen Restmengen lässt sich kaum zuverlässig einschätzen, ob noch 10 oder 40 ml vorhanden sind. Wenn du Sicherheit willst, kannst du je nach Ventil und Dichtmittel mit einer geeigneten Spritze kontrollieren, ob sich noch Flüssigkeit entnehmen lässt.

Auch ein ungewöhnlich schneller Luftverlust kann ein Hinweis sein. Ein Tubeless Reifen verliert zwar ohnehin langsam Druck, wenn du plötzlich aber deutlich häufiger nachpumpen musst als vorher, kann die aktive Dichtmilch knapp geworden sein. Das gilt besonders dann, wenn Felgenband, Ventil und Reifenwulst vorher problemlos dicht waren.

Ein anderes Geräusch sollte dich ebenfalls aufmerksam machen. milKit beschreibt ein dumpfes Klopfen oder leichte Vibrationen beim langsamen Fahren als mögliches Zeichen dafür, dass sich größere Klumpen im Reifen gebildet haben. In diesem Fall würde ich den Reifen bei Gelegenheit öffnen, statt einfach immer weitere Milch nachzuschütten.

Dichtmilch nachfüllen oder komplett wechseln?

Nachfüllen bedeutet nicht automatisch, dass die alte Dichtmilch aus dem Reifen muss. Wenn noch etwas flüssige Milch vorhanden ist und keine großen Klumpen entstanden sind, kannst du normalerweise einfach frische Dichtmilch ergänzen.

Wie viel du nachfüllst, hängt davon ab, was noch vorhanden ist. Wenn ein 45 mm Gravelreifen normalerweise ungefähr 85 ml bekommen soll und du noch deutlich Flüssigkeit im Reifen findest, brauchst du natürlich keine weiteren 85 ml. Du ergänzt lediglich das, was fehlt.

Anders sieht es aus, wenn die alte Dichtmilch weitgehend eingetrocknet ist und sich dicke Ablagerungen oder größere Gummiklumpen gebildet haben. Dann lohnt es sich irgendwann, den Reifen abzunehmen und sauber zu machen. milKit empfiehlt ebenfalls eine Reinigung, wenn praktisch keine flüssige Milch mehr entnommen werden kann.

Du musst dabei nicht nach jedem kleinen Latexfilm die komplette Reifeninnenseite schrubben. Ein dünner getrockneter Film gehört bei vielen Tubeless Systemen nach einiger Zeit einfach dazu. Wirklich störend werden große Ablagerungen, die unnötig Gewicht sammeln oder als Klumpen im Reifen herumwandern.

Kann man zu viel Dichtmilch in den Gravel Reifen füllen?

Ein paar Milliliter zu viel sind kein Problem. Wenn für deinen Reifen 80 ml vorgesehen sind und versehentlich 90 ml hineingehen, würde ich deswegen keinen Reifen wieder öffnen.

Bei wirklich großen Mengen sieht es anders aus. 150 ml in einem normalen 40 oder 45 mm Gravelreifen bringen dir keinen doppelt so guten Pannenschutz. Du schleppst mehr Flüssigkeit mit, die sich im Reifen bewegt und später ebenfalls eintrocknen kann. Der sinnvolle Bereich ist deshalb groß genug für eine kleine Reserve, aber nicht grenzenlos.

Interessanter ist die andere Richtung. Zu wenig Dichtmilch fällt häufig erst dann auf, wenn sie gebraucht wird. Der Reifen kann im Keller wochenlang problemlos Luft halten, weil Reifenwulst und Felgenband dicht sind. Kommt draußen ein Dorn durch die Lauffläche, fehlt plötzlich die Flüssigkeit, die das Loch schließen soll. Ein scheinbar dichter Tubeless Reifen bedeutet deshalb noch lange nicht, dass ausreichend Pannenschutz vorhanden ist.

Muss bei der ersten Tubeless Montage mehr Dichtmilch hinein?

Bei einem neuen Gravelreifen würde ich eher am oberen Ende der empfohlenen Menge starten. Die Karkasse besitzt noch keinen Dichtfilm und kann während der ersten Stunden und Fahrten einen Teil der Flüssigkeit aufnehmen.

Das ist auch der Grund, warum ein frisch aufgebautes Tubeless System manchmal nach einem Tag weniger Milch enthält, obwohl nirgendwo eine Panne zu sehen war. Ein Teil der Dichtmilch steckt dann bereits in der Abdichtung von Karkasse, Reifenwulst und kleinen Poren. milKit empfiehlt deshalb bei neuen Reifen eine Nachkontrolle nach der ersten Fahrt.

Bei einem Reifen, der bereits längere Zeit tubeless gefahren wurde und innen einen geschlossenen Dichtfilm besitzt, kann die gleiche Menge länger als freie Flüssigkeit erhalten bleiben. Deshalb funktioniert eine reine Rechnung nach Reifenbreite bei der Erstmontage nie vollkommen exakt.

Dichtmilch durchs Ventil einfüllen oder den Reifen öffnen?

Beide Methoden funktionieren. Bei vielen modernen Dichtmitteln ist das Nachfüllen über ein entkerntes Tubeless Ventil die angenehmste Variante. Du lässt die Luft heraus, schraubst den Ventileinsatz heraus und gibst die benötigte Menge mit Flasche oder Spritze hinein.

Hier lohnt sich allerdings ein Blick auf die Dichtmilch selbst. Sehr partikelreiche Mischungen können für schmale Ventile oder bestimmte Ventilsysteme ungeeignet sein. Manche Race Dichtmittel müssen sogar direkt in den geöffneten Reifen gegeben werden. Stan’s schreibt beispielsweise für Race Day eine direkte Befüllung des Reifens vor, während Stan’s Original problemlos über das Ventil nachgefüllt werden kann.

Wenn du den Reifen ohnehin kontrollieren oder alte Klumpen entfernen möchtest, ist das Öffnen der Reifenflanke sinnvoller. Für ein normales Nachfüllen zwischendurch würde ich einen kompatiblen Sealant dagegen über das Ventil einfüllen. Das spart Zeit und meistens auch die anschließende Reinigung des Bodens.

Welche Menge würde ich beim Gravelbike als Startpunkt nehmen?

Wenn du gerade vor deinem Gravelbike stehst und einfach wissen willst, was du jetzt in den Reifen schütten sollst, würde ich es nicht komplizierter machen als nötig. Bei 40 mm würde ich ungefähr mit 60 bis 80 ml starten, bei 45 mm mit etwa 75 bis 90 ml und bei 50 mm mit ungefähr 90 bis 100 ml.

Danach zählt die konkrete Herstellerangabe deiner Dichtmilch. Weicht sie deutlich davon ab, hat das oft einen Grund. Die Rezepturen unterscheiden sich in Konsistenz, Partikelanteil und der vorgesehenen Arbeitsweise. Gerade deshalb ist eine Angabe wie „80 ml für jeden Gravelreifen“ zwar angenehm einfach, aber technisch nicht besonders sauber.

Nach einer frischen Montage würde ich den Reifen fahren, ihm etwas Zeit zum Abdichten geben und anschließend kontrollieren, ob noch genügend flüssige Dichtmilch vorhanden ist. Später reicht bei einem bekannten Setup meist ein Check alle paar Monate. Und vor einer langen Gravel Tour schaue ich lieber einmal zu früh nach der Milch als 150 Kilometer später am Straßenrand festzustellen, dass im Reifen zwar jede Menge getrocknetes Latex steckt, aber nichts mehr, was ein frisches Loch schließen kann.

FAQ

Die Muc Off Tubeless Dichtmilch hat sich leider nicht im Test bewährt, nach nur 4 Wochen starke Klumpenbildung